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Oldtimermagazin: Mercedes-Benz - Die Sechzigerjahre
Diese Modellreihen gelten als einer der zeitlosesten und eine der schönsten Modellreihen der Nachkriegszeit. Die Mercedesmodelle behielten Ihre einheitliches Erscheinungsbild. Mitte der 60-er Jahre hob sich jedoch die neue S-Klassen-Limousine deutlicher vom “kleineren Bruder”ab und war von nun an komplett eigenständig.
Die produzierten Wagentypen und ihre Bauzeit der Baureihen 108/109, 111/112 und 113 sind in einer Tabelle auf einer weiteren Seite aufgelistet. Am unteren Ende dieser Seite: Buchstabenkürzel und Ihre Bedeutung
Die Scheinwerfer- und Rückleuchtenoptik im Vergleich
Die markante Heck- und Frontpartie:
Frontansichten
Heckansichten
In den 60-Jahren prägte vor allem die ovale oder längliche Scheinwerferform das Gesicht aller Modelle.
Die in den Fotos abgebildeten Doppelscheinwerfer blieben zunächst den Exportausführungen und dem Spitzenmodell 300 SEL 6.3 vorbehalten.
Aufgrund der gefälligeren Optik rüsteten viele Fahrer Ihre Limousine, Ihr Cabrio oder Coupé mit den Doppelscheinwerfern aus. Lediglich die vom W 111 abgeleite “kleine” Limousine W 110 (190/200)behielt die Rundscheinwerfer. Erst das Nachfolgemodell der Baureihe W114/115 oder /8 erhielt dann 1967 bzw. 1968 als letzte Reihe das neue Scheinwerfergesicht.
Die in diesen Seiten verwendeten Daten basieren auf Recherchen diverser Quellen. Teilweise unterscheiden sich Angaben. Dieser Text wurde daher mehrfach überarbeitet und entsprechend den tatsächlichen Übereinstimmungen angepaßt. Der Inhalt stellt lediglich ein Kurzabriß dar und geht nur bedingt auf die Technik ein. Eine Haftung für inhaltliche Fehler dieser Seite und Ihrer Unterseiten wird nicht übernommen. Gerne fügen wir jedoch Ihre Anmerkungen zu diesem Bericht ein.
W 111 / 112 Cabrio
Die Coupés + Cabrios 220-300 SE
W 108 / 109 Limousine
Die Entstehung
Die neuen Cabriolets und Coupés wurden parallel mit der Limousine entwickelt. Erste Studien waren daher vom Design näher an die Heckpartie der Heckflossenlimousine W 111/112 angelehnt. Man sah den von Amerika herkommenden Trend für Fahrzeuge mit großer Frontpanoramascheibe und wuchtig wirkenden Heckflossen als vorübergehende Zeiterscheinung. Man bewies den Mut, diese Modeerscheinung nur andeutungsweise in die Karosserieform einzubringen.
Die Karosserie basiert auf dem gleichen und ungekürzten Fahrgestell wie die Limousine. Aufgrund der Bauform, die eine zusätzliche Versteifung erforderte, mußte das Fahrgestell verstärkt werden. Die Frontpartie von Coupé und Cabriolet waren bis zur Winschutzscheibe mit der Limousine nur nahezu identisch. Bis auf vordere Leuchteinheiten und der Kühlermaske gibt es jedoch keine äußerliche Übereinstimmung mit der Limousine. Kein Blechpressteil der Karosserie ist mit der Limousine identisch.
Die Länge stimmt zwar bis auf einen halben Zentimeter überein, die Gesamthöhe beim Coupé weist jedoch 8,5 cm weniger auf, wobei das Fahrwerk nur 2,5 cm tiefergelegt wurde. Die Motorhaube wurde etwas mehr nach unten gezogen und die Wagenbreite liegt 5 cm über der der Limoisine. Am Heckkotflügel war die Flossenform (offizielle Mercedessprache: Peilstege) nur noch andeutungsweise erkennbar.
Im Vergleich zur neuen Limousine haben die Rückleuchten Ihre eigenständige Form. Selbst beim Modellwechsel der Limousine bleiben diese unverändert und weisen nur auf eine Verwandtschaft hin. (siehe Fotos oben) Alle Modelle hatten bereits die Doppelstoßstange.
Veränderungen durch den Modellwechsel der Limousine Mitte der 60-Jahre
Beim Modellwechsel der S-Klassen-Limousinen Mitte der 60er-Jahre erhielten für die neuen Limousinen die neue Baureihenbezeichnung W 108/109. Die neue Karosserieform der Limousine war zwar deutlich am Coupé angelehnt, jedoch blieben bei Coupé und Cabriolet weiterhin die bisherige Typenbezeichnungen erhalten. Äußerlich war nur eine Veränderung der Felgengröße von 13 Zoll auf 14 Zoll zu erkennen und am Schriftzug 250 SE. Der 220 SE war zwar noch offiziell im Verkaufsprogramm, es taucht jedoch seit November 1965 kein 220 SE in der Produktionsstatistik auf.
1969 wurde die Motorhaube nochmals leicht modifiziert: Die 8 und 6 Zylindermodelle erhielten eine flachere Kühlermaske und Rammschutzgummis auf der Stoßstange aufgezogen.)
Zur Klärung: die Typenbezeichnung
Die Coupés und Cabrios wurden von den 220-er Limousine W 111 (Heckflosse)- abgeleitet. Für die gleiche Karosserieform mit dem 3-Litermotor (aus dem 300er-Adenauer) und Luftfederung wurde die Bezeichnung W 112 verwendet.
W 100
W 113
W 114 / 115 ( /8 )
Interessanter Vergleich: Frontpartie Limousine und Coupé
W 108/109 Limousine
W 108/109 Coupé
Unten: Cabrio mit Doppelscheinwerfer und Coupé mit Originalscheinwerfer
Das Aus der Serie 111/112 und Ihre Nachfolgetypen
Die Baureihe 111/112 erhielt keinen direkten Nachfolger auf Basis der S-Klassen-Limousine mehr. Man ging hier einen neuen Weg: der neue SL (R107) mit längerem Radstand mutierte zum Coupé mit der Bezeichnung SLC. Das neue Coupé war dann zugleich in drei Motorvarianten (als 280/350/450)erhältlich. Zum Abschluß dieser Baureihe war dieses Fahrzeug als Topmodell 450 SLC 5.0 erhältlich.
Erst mit dem Modellwechsel im Jahr 1980 wurde wieder ein Coupé angeboten, daß von der S-Klasse (W 126)abgeleitet war. Das neue als 380 SEC, 420 SEC, 500 SEC und zuletzt als Topmodell 560 SEC produzierte Coupé hatte einen an die SL-Front angelehnten Kühlergrill, was die sportliche Linie betonen sollte. Dieses Modell war ausschließlich als 8 Zylinder lieferbar. Kleinere Motorvarianten oder der Aufbau mit dem großen Kühlergrill der S-Klasse wurden zunächst in Erwägung gezogen, wurden dann aber wieder verworfen. Die Motorbezeichnung des 380er und 420ers lautet übrigens M116 E38 bzw. M116 E42 und geht tatsächlich auf den 3,5 Litermotor beim W111 zurück.
Ein viersitziges S-Klassen-Seriencabrio hat Mercedes nie wieder angeboten. Diese Aufgabe konnte der W 124 erst 20 Jahre später übernehmen. In Fahrleistung und Größe stand dieser dem W 111 sicherlich in nichts nach.
Anmerkung: Offiziell wird der Name S-Klasse erst seit der Baureihe W 116 verwendet. Die Bezeichnung wird jedoch mittlerweile auch für die jeweiligen Vorgänger vewendet.
W 107 C oder C 107 (SLC)
W 126 C (SEC)
Cabrios 230-280 SL
Die Modellreihe W 113 ersetzte sowohl den 190 SL als auch den 300 SL. Er war auch der erste Sportwagen der Welt mit Sicherheitskarosserie, steifer Fahrgastzelle und Knautschzone. Aufgrund der Form des Hardtops erhielt er auch den Beinamen Pagode. Er behielt auch den sportlichen Frontgrill mit eingelassenem Stern seines Vorgängers. Typisch für die Zeit: Die ovale Form des Frontscheinwerfers, die Ihren Anfang im 300SL Roadster (W198 II)nahm.
Typisches Kennzeichen: Der SL hatte keine durchgehende Stoßstange und den Tankeinfüllstutzen neben dem Nummernschild. Die Heckleuchtenform erinnert mehr an das Coupé als an die Limousine.
1971 löste der bis 1989 gebaute R 107 diese Baureihe ab.
W 198 II (300 SL Roadster)
W 121 B II (190 SL)
R 107 (280-560SL)
Die Limousinen der Sechzigerjahre bei Mercedes-Benz
n den 60-er Jahren wies Mercedes-Benz bei den Limousinen ein deutlich breiteres Angebot auf, als das noch in den 50ern der Fall war. Doch war auch der Drang nach mehr Leistung und Vielfalt erkennbar. Erstmals war die kleinere Baureihe sowohl mit 4 und 6 Zylinder im Verkaufsprogramm. Die neue S Klasse konnte neben dem 300 SEL 6,3 ab 1969 erstmals mit einem für die Baureihe eigens entwickelten 8-Zylindermotor geordert werden.
Von der kleineren Baureihe sahen die 60-er-Jahre 3 Karosserievarianten: Ponton, Heckflosse und /8. 1968 wurde das gesamte Programm neu geordnet. Die Heckflossentypen entfielen komplett. Die 2,5 Liter-Motoren, deren Konzept noch vom alten 220er stammt, sowie der 3-Litermotor aus dem Adenauer wurden in diesem Jahr gestrichen. Für die kleine Baureihe gab es inklusive Diesel 6 verschiedene Motoren. In der S-Klasse war nach dem Auslauf des 250ers unter folgenden Motoren zu wählen: 1 Vergaser (2,8 l) und 3 Einspritzmotoren mit 2800 ccm, 3500 ccm oder mit 6300 ccm. Die Einführung der Einspritzermotoren für die Baureihe 114/115 und der 5-Zylinder-Diesel erfolgte in den 70er-Jahren.
Der Große Mercedes W100 und der letzte 300d (W189)
Wenn man die Marke Mercedes-Benz und den Begriff Staatskarosse verbindet, so bezieht man dies in den 50 er-Jahren auf den Typ 300 und in den 60+70er-Jahren auf den 600-er.
1962 wurde der Adenauertyp Mercedes 300 eingestellt. Der 300-er Motor lebte im “Heckflossenmodell” 300 SE weiter. Es kursieren daher auch unterschiedliche Auffassungen, ob der 600er als Nachfolger des 300ers angesehen werden kann - zumal auch eine deutliche Lücke von rund 2 Jahren dazwischensteht und auch der Hubraum über doppelt so groß gewesen ist. Sicherlich waren beide große Mercedes. In den 50-erJahren hatte nur eine deutsche Marke ein Serienfahrzeug mit 8 Zylindern zu bieten: BMW. Bekanntlich hatte damals dennoch der 300er vor dem 8-Zylinder-Barockengel den Vorzug als Kanzlerwagen bekommen.
Der Typ 600 ist zumindest nach Literatur der erste und einzige offizielle Große Mercedes nach dem II. Weltkrieg gewesen. Zugleich war er bei Mercedes der erste offiziell käufliche 8-Zylinder (6,3 l Hubraum)nach 1945 mit einem Gewicht bis zu 3 Tonnen. Es gab an zusätzlichen Varianten: Pullmann mit 4 oder 6- Türen, Landaulet Pullman. Bauzeit: 1963/64-1981.
Die Bilder zeigen die Typen 600 und 300 aus dem Mercedes-Benz-Museum. Das rechte Fahrzeug gehörte dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer, ein 300 Typ D
Fortsetzung W 111/112 + W 108/109 sowie W 110 + W 114/115 auf Folgeseite
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( Limousinen-Baureihen 108/109, 110, 111/112 und 114/115 )
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