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Oldtimermagazin: Mercedes-Benz - Die Sechzigerjahre
Die “S”-Klasse W 111/112 + W 108/109
W 111 (220 S/SE)
Die Heckflosse:
Nach 1957 erhielt die neue S-Klasse als 2. Baureihe das neue Frontgesicht mit ovalen oder den längsangeordneten Frontscheinwerfern- und war die erste Baureihe in Kombination mit dem für Mercedes typischen Frontgrill. Zunächst blieben die aus dem Vorgänger bekannten Motoren mit 2,2 l als Vergaser und Einspritzer. Die Karosserie enthielt die Charakteristiken dieser Zeit: Heckflossen und Panoramascheiben. Im Vergleich zu anderen Marken hatte man sich bei diesen Modellen jedoch nicht allzusehr an die aus den USA stammende Modeerscheinung angelehnt.
Die Heckflossen wurden hausintern als Peilstege bezeichnet. Als Top-Modell dieser Reihe kam 1961 der 300 SE hinzu, der den Adenauermotor und reichlich Chrom erhielt. Selbst das Hecktypenaschild wurde noch eingerahmt. 1965 wurden die bisherigen Modelle durch die neue Reihe W108/109 abgelöst. Die Heckflossengeneration blieb jedoch noch bis Anfang 1968 mit dem 230 S (Motor aus dem 230 SL)im Programm.
Die neue S-Klasse ab 1965:
Mit dem 250 S /SE und dem 300 SE(L)wurde die ersten Modelleder neuen Generation angeboten. Die Karosserie war kleiner als der Vorgänger und wies nun deutlich mehr Ähnlichkeit zu den Coupétypen auf. Der 250er-Motor ging noch auf den M180 aus dem 220er zurück und wurde dann 1969 durch den 2,8-Liter-Motor endgültig abgelöst. Der 300 SE(L) erhielt den M189-Adenauermotor offiziell nur noch bis 1968. Der hierfür vorgesehene Nachfolger erhielt bis 1970 den Motor aus dem 280 SL. 1968 wurde die gesamte Baureihe überarbeitet und als sichtbarstes Zeichen mit einen neuen und breiteren Kühlergrill bestückt.
Die letzten 300er konnten 1969 mit der neuen 8-Zylindermotorengeneration bestellt werden. Diese bekamen als Zusatz einen kleinen Schriftzug mit 3.5 auf der rechten Seite des Kofferraumdeckels . Ausschließlich für die USA wurde auch ein 4,5 Liter-Motor angeboten.
Was zuvor als Highlight mit dem W112 und dem Adenauermotor gelungen war, sollte auch 1967 beim W109 und dem 600er-Motor gelingen: man montierte den Motor des Großen Mercedes (M 100)und fertig war das neue Topmodell 300 SEL 6.3. Dieses Modell hatte die Doppelscheinwerfer serienmäßig. Wegen der gefälligeren Optik wurde dieser Scheinwerfersatz jedoch von vielen nachträglich auf andere Fahrzeuge S-Typen montiert. - auch bei Cabriolet und Coupé.
Der 6,3er war seinerzeit spitzenklasse: Er kam in 6,5 Sekunden von 0-100 km/h und erreichte eine Geschwindigkeit von 220 km/h. Das war Sportwagenklasse für eine Limousine. Das L in der Bezeichnung hatte erst ab der Baureihe 108/109 die Bedeutung für lange Version. Das L blieb bis dahin nur den 3-Literversionen der S-Klasse mit Luftfederung vorbehalten.
1972 wurde die Baureihe durch den Typ W116 abgelöst.
W 108 (250 S)
W 112 (300 SE)
W 109 (300 SEL 6.3)
Foto oben:
W 116 (280 S, 280/350/450 SE)
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Die “kleinen” Baureihen W 120/121, W 110 + W 114/115
Ponton, Heckflosse und /8 (Strich Acht)
Die Pontontypen 180 und 180 D wurden noch bis 1962 produziert, während der 190 und 190 D durch die neue Baureihe bereits 1961 abgelöst wurde.
Der neue 190 und 190 D: Von der Stirnwand bis zum Heck war dieses Fahrzeug mit den S-Typen identisch. Lediglich Chromzierrat, Heckleuchten und Stoßstangen unterscheiden diese Modelle von Ihren großen Brüdern. Der Vorderwagen war im Gegensatz zu den größeren Modelle kürzer, die Blinker saßen auf den Kotflügeln und der 110er war dann auch der letzte Typ mit Rundscheinwerfern. Bei der Modifizierung des 110ers wurde der 190 und 190 D durch den 200 und 200 D ersetzt. Äußerlich ist dies am deutlichsten an der Frontpartie an den Blinkern unterhalb der Scheinwerfer zu erkennen und durch die geänderte Heckleuchteneinheit (Blinkerglas nun Orange statt rot). Die C-Säule hatte nun die Entlüftungskiemen der großen Typen. Ein absolutes Novum war 1965 der Einbau eines 6-Zylindermotors im Kleid der kleinen Baureihe: Der Mercedes 230 - Ein Wolf im Schafspelz. Einige bestellten deshalb diesen Typ bewußt ohne den 230-er Schriftzug. Der anfangs hohe Benzinverbrauch wurde bereits 1966 durch den Einbau der Vergaseranlage des 230 S reduziert.
1968 erschienen offiziell die neuen Typen W115 -200/220 + 200/220 D und W114 -230 + 250. (Vorserie bereits 1967)Aus der letzten Ziffer des Erscheinungsjahres leitet sich der Name -Strich 8- ab. Neu waren vom W114 abgeleitete Coupés, die hier kurz erwähnt werden sollen.
Das Coupé 250 CE erhielt als erstes Modell dieser Baureihe einen Einspritzmotor. Es hatte den gleichen Grundkörper und ein kürzeres und niedrigeres Dach. Die Limousine erhielt erst in den 70er-Jahren im 280 E einen Einspritzmotor.
Diese Baureihen erfuhren dann im Laufe der 70-er-Jahre zahlreiche Erweiterungen und Ergänzungen der Motorenpalette bis hin zum 280 E oder beim Diesel zum 240 D 3.0. Nach dem Facelifting 1973 mit den zahlreichen Verbesserungen wie die geriffelten Heckleuchten verschwand leider das von vielen geschätzte vordere Ausstellfenster. (siehe Fotos unten und rechts)
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